Die Dramatische Buehne

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Ein Sommernachtsalptraum

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Rhein-Main.NET
 
Theater trifft Kino
Die "Dramatische Bühne" feiert sich selbst in ihrem ersten Kinofilm

VON FLORIAN GÜRTLER

Das Frankfurter Theater «Die Dramatische Bühne» debütierte am vergangenen Donnerstag mit dem Kinofilm «Ein Sommernachtsalptraum» im «Filmtheater Valentin». Das Ensemble um den Regisseur und Drehbuchautor Thorsten Morawietz gewährt in dem ersten Kinofilm der "Dramatischen Bühne" tragisch-komische Einblicke in den rätselhaften Kosmos hinter der Theaterbühne.
 
Dabei erzählt der Film keine wirkliche Geschichte, sondern bietet eher Impressionen aus der dem Zuschauer verborgenen Welt von Kulisse, Garderobe und Schminktisch. Während der laufenden Aufführung von Shakespeares "Sommernachtstraum" in einem nicht näher benannten Theater wechseln die Szenen zwischen der Inszenierung auf der Bühne und dem Geschehen hinter der Bühne, wobei wiederholt Erinnerungen der einzelnen Figuren durch Rückblenden visualisiert werden. Die Darsteller von Titania (Verena Hirschman) und Oberon (Peter Kempkes) sind auch hinter der Bühne ein zerstrittenes Liebespaar, der Schauspieler Ricardo (Armin Drogat) betrinkt sich bis zur Besinnungslosigkeit und vermasselt dadurch seinen Auftritt , während eine melancholische Maskenbildnerin (Simone Greiß) über den falschen schein des Theaters und die masochistische Selbstaufopferung der Schauspieler räsoniert. Durch das Chaos aus menschlichen Abgründen und affektierten Gefühlsausbrüchen geistert die lächerliche Figur des Regisseurs Winkinsky (Christoph Maasch) der sich mit der neugegründeten Nebenrollengewerkschaft herum schlagen muss, seine Elfendarsteller vom Arbeitsamt geschickt bekommt aber ansonsten alles – und vor allem sich selbst – für großartig hält. Während die gelangweilten Theaterzuschauer (Julian König, Till Frühwald und Torge Kübler) noch debattieren, ob das gebotene Schauspiel nun unter strukturalistischen Gesichtspunkten oder doch als Dekonstruktion zu verstehen ist und eine Gruppe Nebendarsteller (Désirée Piniella, Ingo Smutny und Tony Clark) spitzzüngig über den trotteligen Regisseur herzieht, dämmert dem Kinobesucher langsam, was hier tatsächlich passiert:
 
Die "Dramatische Bühne" feiert sich selbst mit einer gehörigen Portion Ironie. Die Zeichnung der einzelnen Figuren ist derart überzogen und klischeetriefend, dass von den ersten Minuten an klar ist, das eigentliche Theater findet hinter der Bühne statt. So bietet das Ensemble um Regisseur Morawietz in seinem Kinodebüt routiniert komisch-groteske Unterhaltung und einen vergnüglichen Abend. Viel neues hat der Ausflug der "Dramatischen Bühne" ins Kino allerdings nicht gebracht. Das Ensemble kommt vom Theater, und das merkt man. All zu häufig sprechen die Akteure direkt in die Kamera, so als stünden sie auf der Bühne und sprächen zum Publikum. Auch ein, zwei handwerkliche Fehler haben sich eingeschlichen, besonders gravierend ein Anschlussfehler: Vor der Rückblende in ihre Erinnerungen trägt die Maskenbildnerin ein weißes Oberteil, nach der Rückblende ein schwarzes. Solche Fehler müssen jedoch als geringfügig betrachtete werden, die "Dramatische Bühne" macht einen Ausflug ins Kino, dabei nimmt sie das Theater, das sie ist und das zu ihr gehört eben ganz einfach mit: Theater trifft Kino.
 
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