Die Dramatische Buehne

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Alice im Wunderland

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Frankfurter Rundschau vom 04.05.2009

Bloß nicht aufwachen

Die Dramatische Bühne lässt bei "Alice im Wunderland"
die Zuschauer durch den Bethmannpark spazieren
VON KRISTIANE SCHENGBIER

Klein ist es, hellbraun und hat lange Löffel und große Kulleraugen, das Häslein, das am Freitagabend regungslos im Bethmannpark am Wegesrand sitzt. Ein paar Meter weiter ein eher grimmig dreinblickender Gefährte - merklich größer und in Weiß. Nur gut, dass die kleinen Freunde aus Plüsch sind, denn was da um sie herum in der Abenddämmerung passiert, lässt ihre echten Artgenossen blitzschnell im Bau verschwinden.

 FR Alice im Wunderland
(Bild: FR/Oeser)

Mehr als 100 staunende, kichernde, lachende und manchmal auch sichtlich ratlose Menschen wandeln in Gruppen durch den kleinen, immer dunkler werdenden Park. "Das ist ja fast wie bei einer Schnitzeljagd", ist da eine Stimme zu hören. Und richtig: Ein fantastisches Spiel voller Rätsel und Merkwürdigkeiten beginnt, Aufgaben sind zu lösen und dann geht es weiter - immer weiter, quer durch den Park, hin und her und schließlich hinüber in die Friedberger Anlage. Für einen Kindergeburtstag ist es schon viel zu spät - es ist die Dramatische Bühne, die zur Premiere ihrer Interpretation von Lewice Carrolls "Alice im Wunderland" gerufen hat.

Die Besucher begegnen der Grinsekatze, dem weißen Kaninchen, den Spielkarten, dem Hutmacher und der Teegesellschaft zwischen Büschen und Bäumen, zwischen Blumen und Papierkörben. Die Dialoge sprühen nur so vor Ideen- und Wortreichtum und wo auch der nicht mehr ausreicht, werden einfach neue, wilde Kreationen gebildet.

Aus dem Dickicht der Friedberger Anlage stürmt der Metzger auf die Gruppe zu: "Komm, Mutti, jetzt kommst du mal mit", schreit er und springt mit einer Besucherin in die Dunkelheit. Ob er sie schlachtet? Schreie, Gegröle und ein Polizist, der seine Aufgabe vergisst - alles ist möglich an diesem Abend. Die Besucher lachen - nur aufwachen dürften sie nicht, werden sie immer wieder ermahnt.

Was ist normal, was ist verrückt, was ist logisch und was unerklärlich? Träume ich oder wache ich? Das sind inmitten der Komik Fragen, die bewegen. "Ich mag experimentelles Theater sehr", erzählt Ute Sassenberg. "Der Bethmannpark ist mein Hauspark und ich bin sehr oft hier - für mich ist es etwas Besonderes, an diesem Ort so etwas erleben zu können."

Sie habe sich im Gegensatz zu anderen Theaterbesuchen diesmal nicht auf die Aufführung vorbereitet. "Ich mag Überraschungen und Aktionen sehr." Und sie wird nicht enttäuscht, im Gegenteil. "Fantasie pur ist das", freut sie sich, als gerade die Königin einen Strauch weiß streichen lassen will und dazu auffordert, jeden zu köpfen, der nicht verrückt ist. "Man wird sehr zum Nachdenken angeregt und bekommt Distanz zu unserer verrückten Welt." Und schon wartet das nächste Rätsel darauf, von den Besuchern gelöst zu werden: Der Hof-Friseur schneidet jedem die Haare, der sich nicht selbst die Haare schneiden kann. Simone Greiß, die in Ringelstrümpfen und offenen Stiefeln die Alice für die Gruppe mit den roten Plastikarmbändern verkörpert, muss nachhelfen, als ihre Schützlinge in stummem Staunen verharren. Das ungewöhnliche Spiel hat einige doch ein wenig schüchtern gemacht.

Und dann wartet plötzlich das letzte Rätsel auf sie, ganz hinten in der Anlage, wo einem Herrchen beim Anblick der Gesellschaft fast die Leine seines Hundes entgleitet und letzterer sogar das Hecheln vergisst. "Bitte entsorgen Sie sich unauffällig in Richtung Berger Straße", ist die letzte Ermahnung des 15-köpfigen Ensembles im Schein der Fackeln.

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.05.2009

Phantasie im Park

Dramatische Bühne zeigt "Alice im Wunderland"
VON SARA MARIA MANZO

Der Eingang zum Wunderland führt durch eine schlichte Holztür im Chinesischen Garten Frankfurt. Die Tür steht mitten auf der schmalen Brücke über dem grünen Teich. Ein weißes Kaninchen, etwa 1,80 Meter groß, ist dort soeben durchgerannt. "Schnell, wir laufen ihm hinterher!", ruft Alice der Zuschauergruppe zu, die hinterhergekommen ist, um aus der Wirklichkeit zu entschwinden.

Träume brauchen keine Bühne, genauso wenig wie die Kunst des Theaterspiels. Das beweisen Die Darsteller der Dramatischen Bühne mit "Alice im Wunderland". Sie führen das Stück nach Lewis Carroll bei der Premiere im Bethmannpark, nun auch im Günthersburgpark als "unsichtbares Theater" auf- einen passenderen Ort hätte das Ensemble aus 15 Schauspielern kaum wählen können. So folgen die Zuschauer der träumenden Alice (Simone Greiß) in der Abenddämmerung über die verwunschenen Pfade des Gartens in die Welt der Unwirklichkeit. Auf der Reise kommen sie an vielen Spielorten vorbei, die plötzlich auftauchen, in den Winkeln des Gartens inmitten der verdutzten Besucher. "Und denkt daran: nicht aufwachen", rufen die wundersamen Figuren nach jeder Szene dem Zuschauer zu. Der soll mit Alice kleine, absurde Rätsel lösen. "Um zu glauben, dass man normal ist, muss man völlig verrückt sein", spricht die Herzkönigin.

Nur allzu gerne ist man dank der überzeugend-komischen Darbietung des Ensembles bereit, sich auf den Zauber des Wunderlands mitten in der Stadt einzulassen, mit Alice den Hutmacher und die Teegesellschaft zu besuchen und Goggelmoggel zuzuhören, dem menschenähnlichen Ei, das in unbekannten Worten spricht.
Was nach Kindertheater klingt, ist für den Erwachsenen genau so spanend, geistreich und unterhaltsam. denn die Dramatische Bühne bleibt sich treu, mit Wortwitz, ausgefallenen Requisiten und skurrilen Kostümen: Kaninchen im Flokati-Fell, Pippi-Langstrümpfe für Alice und Osterhasen als Wegweiser.
Die Grinsekatze tritt als Leiter der Traumregulierungsbehörde auf, eine zynische Kritik am Beamtentum der wirklichen Welt - für alles braucht es eine Regel, einen Nachweis, selbst Sterben ist ohne "Daseinsbeendigungs-Erlaubnis" nicht gestattet.

"Wach auf, liebe Alice, du hast lange geschlafen", flüstert die Schwester ihr und dem Publikum anderhalb Stunden später ins Ohr. Nur widerwillig lässt man sich wach rütteln aus der Traumwelt, die wunderbar verrückt und im wahren Sinn des Wortes phantastischer erscheint als die Wirklichkeit. Die Reise ins Wunderland beginnt von neuem, das nächste Mal im Günthersburgpark.

 

Frankfurter Rundschau vom 04.05.2009 

Ritter im Halbschuh

Die Dramatische Bühne lässt in Frankfurts Parkanlagen Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" wiederauferstehen
VON JAMAL TUSCHICK

Inszenierungen der Dramatischen Bühne feiern das magische Denken. Sie stellen die Wirklichkeit in den Schatten der Fantasie. Zuhause ist die Bühne im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Im weiteren bespielt sie aber auch gerne die Parks der Stadt. Solche Reservate haben gerade eine große Zeit. Das Frühjahr dreht die Dürftigkeit des Winters auf Links, auch im Bethmannpark neben dem Anlagenring. Da findet die Premiere von "Alice im Wunderland" statt. Der Garten stellt sich als Hasenhain dar. Als allegorische Wegweiser dienen die kleinen Tiere dem Publikum, das in drei Gruppen über einen Parcours der Verwandlungen geführt wird.

Die ganze Welt

"Mir ist so seltsam zumute", sagt Alice vor ihrem Eintritt "in eine geheime Welt". Man erklärt ihr: "Die ganze Welt wird nur von dir geträumt". Nun folgt sie einem weißen Kaninchen "in das Reich hinter den Spiegeln". Regisseur und Chefdramatiker Thorsten Morawietz hoppelt im Hasenoutfit über eine Wiese. Der gemütlichen Verkleidung zum Trotz sieht er so aus, als wolle er gleich ein Schwert ziehen. Er scheint zum d'Artagnan geboren zu sein.

Vielleicht ist das der tiefere Grund für die konsequenten Gegenwartsfluchten des Theaters. Die Alice meiner Gruppe heißt in Wirklichkeit Birte Sieling. Ein Türwächter stoppt sie und gibt ihr das erste Rätsel auf. Bekanntlich regt Lewis Carrolls Bestseller aus dem Jahr 1865 zur Hirnakrobatik an. Auch dem Tross werden Aufgaben gestellt, während Kobold, Feen, Herzbuben und Pikdamen ihr Wesen treiben. Dem Paradoxen und Phantasmagorischen bei Carroll wird hier ideenreich entsprochen. Zumal die Natur mitspielt. Alice widerfährt eine "Teestunde bis in die Unendlichkeit". Sie bewegt sich rückwärts in der Zeit auf einem Schachfeld, wo sie mit dem König, der so auch im richtigen Leben heißt, nämlich Julian König, Winkelzüge der Logik bespricht.

Kleinkindkannibalen

Das Ensemble wandert mit seinem Gefolge in den Anlagenring aus; erwartet von Rittern in Halbschuhen und einem auf Kleinkinder spezialisierten Kannibalen, der Plastikgliedmaße in die Menge schleudert.

Bald wird die Alice meiner Gruppe ausgeträumt haben und mit ihr und ihren vorauseilenden Doppelgängerinnen auch das Publikum. Aber will man das: zurückkehren in den blanken Trubel der Realität? Wie auch immer, schon verbirgt sich "das Reich hinter den Spiegeln" in der Nacht.

 

Strandgut 06/2009

Next door to Alice

Die Dramatische Bühne lädt in den Stadtteilparks zum Spaziergang ins Wunderland hinter den Spiegeln ein.
VON LORENZ GATT

Am Ende hat man ganz schön was zurückgelegt, ohne es recht gemerkt zu haben. Von der Pagode im Chinesischen Garten des blumenübersäten Bethmannparks bis weit hinter das Odeon in die Friedberger Anlage! Dass man das kaum mitkriegt, liegt in der Natur der Sache. Denn das jüngste Stück der Dramatischen Bühne "Alice im Wunderland", lädt seine Gäste unter der steten Mahnung, bloß nicht aufzuwachen, zum ausgiebigen Traumwandeln in die Frankfurter Parks. Demnächst auch in Ihrem!

Von Theaterchef Thorsten Morawietz als Geh-Act im Grünen konzipiert, wird es als "Traumspiel und Nachtmahr", in einer "zauberhaften" Kinderversion und einer "surrealen" für Erwachsene, gegeben, was - unter uns - so viel Unterschied nicht macht. Drei Gruppen machen sich von jeweils einer Alice geführt auf den Weg: Und bevor sich jemand die Blöße gibt, die Zwischenzeile des Smokie.Lieds zu intonieren, sei verraten, dass die unsere die wunderbare Birte Sieling ist. Sie trägt ein hellblauweißes Schürzenkleid mit rotem Gurt und eine rote Schleife im blonden Haar. Ohne ihre rotweißen Ringelstrümpfe würde se auch als Schneewittchen durchgehen, so aber steckt ein Schuss Pipi Langstrumpf in diesem Springinsfeld. Die Kinder jedenfalls sind hin- und mitgerissen von Alice und folgen der Spur des weißen Hasen - die Eltern- und ältere Teile im immer mehr nachklappernden Schlepptau. Mach zu Papa!

Schön ist es. Wir treffen all die wundersamen Phantasiefiguren von Lewis Carroll auf dem Parcours: die Grinsekatze, der Goggelmoggel, die Zwillinge Tweedeldee und Tweedeldum, die unendliche Teegesellschaft und viele mehr. Wir lösen, weil die Alice doch nur mit der richtigen Antwort weiterkommt, abstruse Rätsel - und manchmal auch nicht - , und wir verstricken uns bei diesem Gehirnjogging bis zum Kirre-werden in den Fallen der Logik. Um ein Haar hätte die böse Herzkönigin unsere Alice köpfen lassen, weil diese sich für normal erklärte in der verrückten Welt, also doch verrückt sein musste. Oder so.

Mediziner haben eine Krankheit nach Carrolls 1865 veröffentlichtem Buch benannt, in den Siebzigern mutmaßten viele, wenn auch fälschlicherweise, dass der britische Mathematiker halluzinogenen Pilzen nicht abhold war. Immerhin gibt sich Alice wissbegierig im Selbstversuch bewusstseinserweiternden Drogen hin. Mal schrumpft sie, mal verdoppelt sie sich, mal läuft die Zeit zurück. Und einmal probiert sie sogar das Altern. "Das muss doch weh tun, so auszusehen", zeigt sie entsetzt auf den verschreckten Chronisten, um schnell wieder zum Verjüngungstrunk zu greifen. Von wegen zauberhaft, von wegen surreal!

Mn soll indes ein Stück nicht an seinen schwachen persönlichen Stellen messen. Das tun schließlich weder die total faszinierten Kinder, noch die restlichen Erwachsenen. Sie erleben ein Ensemble in sprühenden Spiellaune, in dem neben Birte Sieling der famose Julian Koenig mit seinen Rollen als radebrechender Goggelmoggel und Herzkönigin die Highlights setzen. Wer sich nicht gleich zu Carrolls Buch durchringen kann, hat doch allemal einen Grund, mal wieder "White Rabbit" von Jefferson Airplane aufzulegen und Grace Slick zu lauschen, wenn sie "Feed your head" in den Himmel schreit.

Am Pfingstwochenende gastiert die Dramatische Bühne im Palmengarten, was bei halbwegs gutem Wetter einfach herrlich werden muss. Eine Woche später kehrt sie zum Bethmannpark zurück und gastiert dann Mitte Juni letztmals mit Alice im Günthersburgpark.

Die Dramatische Bühne ist in der Exzess-Halle in der Leipziger Straße zu Hause und schlägt im Sommer ihr Theaterzelt traditionell im Grüneburgpark auf.



Frizz Frankfurt 06/2009

Stück des Monats: Alice im Wunderland
VON ANNA SOFIE KRÜGER

Wer in diesem Sommer den Bethmann- oder Günthersburgpark besucht, kann etwas besonderes erleben: ein weißes Kaninchen rennt blitzschnell über den rasen und seltsam anmutende Gestalten geben lauthals ein Geburtstagsständchen in den schrägsten Tönen. Doch sind wir überhaupt noch im Herzen der Mainmetropole? Oder haben wir die Grenzen des Realen längst überschritten? Und was ist das überhaupt, die Wirklichkeit? Was ist deren (Be-) Deutung? Wer bestimmt eigentlich, wie man die Zeit misst? Oder sind wir gar alle toll? Rätsel über Rätsel - hier ist nichts, wie es scheint, alles ist völlig wunderbar.

Im von der Dramatischen Bühne inszenierten Wunderland von Alice wird alles in Frage gestellt; das Erwachsensein, die Individualität eine jeden Menschen. Und die Zuschauer bleiben ganz sich selbst überlassen bei der Suche nach Antworten. Vorerst jedoch sind sie vollauf damit beschäftigt, die Spur von Alice quer durch den Park nicht zu verlieren. Eine fantastische Reise!
 

 

Offenbach Post vom 07.05.2009

Rätsel im Wunderland

"Und immer schön daran denken: Nicht aufwachen.“ Dieser gute Rat wird allen, die sich Alice angeschlossen haben, ihr Wunderland zu entdecken, an jeder Station mit auf den Weg gegeben.
VON ASTRID BIESEMEIER

Doch wie im Traum fühlt man sich bei „Alice im Wunderland“ mit der Dramatischen Bühne dann doch nicht – daran konnte auch die tolle Kulisse des Chinesischen Gartens am Bethmannpark, in dem die Premiere begann, nichts ändern.
Drei Alices führen drei Gruppen in kurzem Zeitabstand weg von einer abstrusen Geburtstagsparty und also hin zu Teegesellschaft, Grinsekatze, Goggelmoggel oder Königin. Die Alice der dritten Gruppe spielte die sich als etwas kindliche, neugierige, naseweise und unbekümmerte Göre gebende Birte Sieling im blauweißen Kleidchen, rotweißen Strümpfen, mit blonden Haaren und einem roten Haarband. Das Publikum muss Gegenstände suchen, rechnen und Denkaufgaben lösen.
Episoden und Figuren sind bei diesem, wie es im Untertitel heißt, „rätselvollen Theaterspaziergang durch Frankfurter Parks“ natürlich nicht so verwoben wie in der Vorlage von Lewis Carroll, sondern auf einzelne Stationen verteilt. Die Grinsekatze verbrät Themen wie George Clooneys Gewichtszunahme, und bei der Teegesellschaft probiert Alice all die schönen Versprechungen aus, die Abhilfe für so ziemlich jedes Problem versprechen.
Informationen und Termine: www.diedramatischebuehne.de
Die aktualisierten Rätsel, zeitgemäßen Paradoxien und Parodien sind zwar nicht alle gleichermaßen komisch oder zwingend, aber vielleicht noch im Sinne des Alice-Erfinders Lewis Carroll. Denn schließlich geht es ja im Traum und bei „Alice im Wunderland“ um Verarbeitung gelebten Lebens. Der Logik des Traums aber könnte man sicher mittels einer Bühnenillusion leichter folgen, als wenn eine etwa 40-köpfige Gruppe durch einen Park geschleust wird. So mag man denn dieses kleine Park-Theater (Text und Regie: Thorsten Morawietz), bei dem manches Mal geheimnisvoll chorisch gewispert wird und bei dem einem durchaus ein paar schöne sprachliche Absurditäten aus der Dunkelheit entgegenschallen, nicht an den vollmundigen Ankündigungen eines „Zauberdramas“ messen. Als „rätselvollen Theaterspaziergang“ durch Parks hingegen kann man es durchaus gelten lassen – Wachbleiben garantiert. Die Dramatische Bühne zeigt ihren Theaterspaziergang mit dem Klassiker „Alice im Wunderland“ noch mehrmals als Erwachsenen- und Kinderversion in Bethmannpark, Günthersburgpark, Grüneburgpark und Palmengarten.

 

Rhein-Main.net 01.05.2009

Traumreise oder Alptraum: Das Wunderland in Frankfurts Parks

Von der Geschichte um «Alice im Wunderland» hat jeder schon einmal gehört. Die Dramatische Bühne inszeniert die phantastische Reise an sechs Wochenenden in Mai und im Juni. Zur Bühne werden dabei unterschiedliche Frankfurter Parks – und der Zuschauer ist jedes Mal mitten drin im Spiel.

Die Theatergruppe um Regisseur Thorsten Morawietz hat für ihre neue Produktion die Exzess-Halle im Frankfurter Stadtteil Bockenheim verlassen, wo das Ensemble normalerweise auftritt. Der Kinderbuchklassiker «Alice im Wunderland» wird in vier Parks zur Aufführung gebracht. Dabei wird die Geschichte in zwei unterschiedlichen Versionen gespielt. Nur die Nachmittagsvorstellungen an den Sonntagen sind für Kinder. Die Abendvorstellungen jedoch sind ausdrücklich für Erwachsene konzipiert. Das Theater verspricht hier seinen Zuschauern eine Reise in die «Abgründe der menschlichen Seele», eine Interpretation des Alice-Stoffs, die in dem Buch des englischen Mathematikers Lewis Carroll (1832–1898) durchaus angelegt ist.

Der Bethmannpark, der Günthersburgpark, der Grüneburgpark und der Palmengarten werden bei dieser Inszenierung zum Schauplatz für einen Spaziergang der etwas anderen Art, denn die Schauspieler machen jeweils die ganze Parklandschaft zur Bühne. Die Zuschauer treffen sich an einem vorher festgelegten Punkt und erkunden von hieraus den Park. An unterschiedlichen Orten begegnen sie den phantastischen Gestalten aus Carrolls Buch, dem weißen Kaninchen, der wunderlichen Teegesellschaft des verrückten Hutmachers und natürlich auch der Herzkönigin und ihren lebenden Spielkarten.

Die Dramatische Bühne empfiehlt übrigens (zumindest den erwachsenen Zuschauern) den Besuch der Kinder- und der Erwachsenenaufführung. Denn erst beide Inszenierungen sollen nach Aussage des Theaters «den vollen Kosmos von Alices Traumwelt erschließen».

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